Prozess wegen Impfschaden: LG Mainz weist Schadensersatzklage gegen Astra­Ze­neca ab

Stand: 11. September 2023, 17:47 Uhr – von Redaktion

Bild Corona Impfung
Hat die Corona-Impfung einen Schaden bei der Klägerin verursacht? Bild: Leigh Prather / Adobe Stock

Das Landgericht Mainz hat die Forderung einer Frau nach Schmerzensgeld von AstraZeneca abgewiesen. Diese hatte geklagt, weil Sie nach ihrer Corona-Impfung einen Hörschaden erlitt, für den sie das Vakzin von AstraZeneca verantwortlich sieht. Die endgültige schriftliche Urteilsbegründung (Beschluss v. 21.08.2023, Az. 1 O 192/22) steht noch aus.

Die Klägerin, eine Zahnärztin, hatte ein Schmerzensgeld von mindestens 150.000 Euro von AstraZeneca gefordert. Sie trug vor, dass sie in einem Impfzentrum ungenügend über die Risiken und Nebenwirkungen des Impfstoffs informiert worden sei. Aufgrund eines von der Berufsgenossenschaft bestätigten Hörschadens war sie lange arbeitsunfähig und leidet weiterhin an Beschwerden. Eine berufliche Reintegration ist für den Herbst geplant.

Die Klägerin und ihre Rechtsvertreter hoben auch die Zwischenfälle im Frühjahr 2021 hervor, als AstraZeneca-Impfungen wegen vereinzelter Fälle von Hirnvenenthrombosen vorübergehend gestoppt wurden. Dennoch kam die europäische Arzneimittelbehörde EMA zu dem Schluss, dass die Vorteile der Impfung die Risiken überwiegen.

Ein Gutachten holte das Landgericht Mainz nicht ein. Die Klägerin äußerte ihr Unverständnis über die Entscheidung des LG Mainz, die Klage ohne weitere Beweisaufnahme abzuweisen. Sie betonte, dass ihr Impfschaden von offiziellen Stellen anerkannt worden sei.

Interessanterweise wird in einem anderen Zivilverfahren gegen AstraZeneca, das derzeit vor dem Oberlandesgericht Bamberg verhandelt wird, ein Sachverständigengutachten zur Klärung ähnlicher Vorwürfe angefordert.

Trotz der ablehnenden Haltung des LG Mainz sieht der Anwalt der Klägerin Parallelen zwischen beiden Fällen und bezeichnete das Urteil des LG Mainz als “Fehlurteil”. Die Klägerin äußerte sich zudem kritisch gegenüber der Bundesregierung, weil sie ihrer Meinung nach zu lange am AstraZeneca-Impfstoff festgehalten habe und vermutete, dass ihr Fall bis zum Europäischen Gerichtshof gehen könnte.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der Anwalt der Klägerin hat angekündigt, Berufung beim OLG Koblenz einzulegen.

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